Dass körperliche Aktivität positive Auswirkungen auf die Gesundheit im Alter hat, ist allgemein bekannt. In einem anderen Beitrag wurden die positiven Effekte auf die körperlichen Fähigkeiten bereits angeführt. In diesem Beitrag geht es darum, die Auswirkungen von Bewegung auf die Kognition zu thematisieren.

Bedeutet körperliche Fitness gleichzeitig auch mentale Fitness? JA!

Körper, Geist und Seele

Mit dem Fortschreiten des Alters gehen Veränderungen im Körper, im Geist und auch in der Seele einher. Die Geschwindigkeit des Fortschreitens des Alterungsprozesses kann individuell sehr stark beeinflusst werden. Mehrere Studien haben aufgezeigt, dass das Risiko für kognitive Beeinträchtigung durch körperliche Aktivität deutlich gesenkt werden kann. Um Verbesserungen der Kognition zu erreichen, müssen keineswegs „extreme“ Aktivitäten durchgeführt werden. Bereits das reine Walken bringt eine signifikante Verbesserung der Kognition mit sich (Weuve et al., 2004).

Analysen zeigten, dass der Effekt vor allem dann besonders groß war, wenn das Training sowohl aus einem Ausdauer- und einem Kraftteil bestand. Außerdem sollte die Trainingseinheit mindestens 30 Minuten umfassen, um einen signifikanten Nutzen daraus ziehen zu können (Colcombe & Kramer, 2003).

Gedächtnisverlust bremsen

Interessant sind auch die Auswirkungen körperlicher Aktivität bei Menschen mit einem erhöhten Demenzrisiko bzw. bei Demenzkranken. Dies ergab eine groß angelegte skandinavische Studie 2015 zum Thema sportliche Aktivität bei demenzkranken Menschen. Die Ergebnisse haben deutlich gezeigt, dass Sport und gesunde Ernährung die geistige Leistungsfähigkeit fördern sowie den Gedächtnisverlust bremsen können (Ngandu et al., 2015).

Das Thema „Sport im Alter“ gewinnt immer mehr an Wichtigkeit und Aktualität. Die Frage nach einem gesunden und aktiven Lebensstil zur Verbesserung der eigenen Lebensqualität drängt sich zusehends auf, vor allem deswegen, weil das durchschnittliche Lebensalter der Bevölkerung ansteigt.

Sport und gesunde Ernährung kann uns also bis ins hohe Alter fit halten. Bereits mit kleinen Umfängen kann man Großes erreichen, denn wenig Bewegung ist besser als gar keine Bewegung. Mit dem Rad zur Arbeit fahren, mit den Enkelkindern am Spielplatz herumtollen oder einfach einen Spaziergang machen: All das trägt zu einem gesünderen Lebensstil bei. Unser Körper und Geist wird es uns danken.

In diesem Sinne, auf in ein bewegtes Altern!

Quellen:

Colcombe, S., Kramer, A.F. (2003). Fitness effects on the cognitive function of older adults: A Meta- Analytic study. Psychological Science, 14 (2), 125-130.

Ngandu, T., Lehtisalo, J., Solomon, A., Levälahti, E., Ahtiluoto, S., Antikainen, R., Bäckman, L., Hänninen, T., Jula, A.,Laatikainen, T., Lindström, J., Mangialasche, F., Paajanen, T., Pajala, S.,             Peltonen, M., Rauramaa, R., Stigsdotter-Neely, A., Strandberg, T., Tuomilehto, J., Soininen, H.,                  Kivipelto, M. (2015). A 2 year multidomain intervention of diet, exercise, cognitive training,        and vascular risk monitoring versus control to prevent cognitive decline in at-risk elderly people (FINGER): a randomised controlled trial. The Lancet, 385, 2255-2263.

Weuve, J., Kang, J.H., Manson, J.E., Breteler, M.M.B., Ware, J.H., Grodstein, F. (2004). Physical activity, including walking, and cognitive function in older women. JAMA, 292 (12),1454-1461.